City entscheidet mit Daten: von 650.000 Profilen zu „acquisition packs“
BBC Sport erklärt, wie Manchester City aus einer Datenbank mit 650.000 Spielern gezielt Kandidaten auswählt.
Manchester City treibt den Umbau der Kaderplanung weiter voran—mit einer stark datengetriebenen Arbeitsweise. BBC Sport gibt dafür ungewöhnlich tiefe Einblicke in die interne Analyseabteilung: Die Grundidee wird in drei Schritte zerlegt—Spieler identifizieren, bewerten und prüfen, wie der Klub sie weiterentwickeln kann, um die statistische Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, in der Premier League ganz vorn zu landen.
Von 650.000 Namen zum Kern
Ausgangspunkt ist laut BBC Sport eine Datenbank mit 650.000 Fußballern weltweit. Danach bekommt das Team eine klare Vorgabe, welche Art Spieler gesucht wird. Das läuft meistens über die Position, wird aber laut Bericht deutlich differenzierter: So unterteilt City Außenverteidiger zum Beispiel in drei Typen—eher defensiv, solche, die nach innen kommen, oder Spieler, die hoch und breit agieren.
Auf Basis dieser Briefing werden dann Filter genutzt, um die Kandidaten auf 20 bis 50 Namen zu reduzieren. Anschließend erfolgt ein Abgleich mit der Longlist der Scouts. BBC Sport schreibt, dass es dabei meist eine deutliche Überschneidung gibt: Also sowohl Daten als auch klassische Beobachtung zeigen in vielen Fällen die gleichen Spieler.
In der nächsten Phase werden die Kennzahlen weiter verfeinert, um Prioritäten zu setzen. Scouts schließen den Prozess dann so ab, dass am Ende höchstens etwa sechs Spieler für die intensivere Prüfung übrig bleiben. Danach folgen detailliertere Checks—unter anderem zu Verletzungs-Historie, athletischer Leistung und Verhaltensmustern.
„Acquisition packs“ statt Bauchgefühl
Die gesammelten Informationen landen in individuellen Unterlagen, den sogenannten “acquisition packs”. BBC Sport nennt darin unter anderem ein Radar-Chart mit On-Field-Metriken sowie zwei Prognosen: ein “current impact score” (wie stark der Spieler sofort einschlagen dürfte) und ein “potential impact score” (welchen Beitrag er künftig leisten kann). Außerdem fließt ein „Nutzungs“-Chart über drei Jahre ein sowie eine Scout-Bewertung.
Entscheidend ist aber: Daten sind nicht alles. Citys Sportdirektor Hugo Viana wird mit den Worten zitiert, dass Daten in die Entscheidungsfindung einfließen, aber nur ein Teil des Gesamtbilds seien—weil Statistiken Charakter, Mentalität oder Verhalten nicht vollständig abbilden können.
Der Bericht ordnet das Vorgehen in den großen Kaderumbruch nach dem Treble 2023 ein, bei dem nur vier Spieler aus jener Mannschaft geblieben sind, und nennt als Beispiel auch den £116m-Deal für Elliot Anderson.
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